guter Dinge

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Noch einmal verschnaufen, ehe das Jahr den Berg herunter kracht. Es fühlt sich an wie ein Monat oder mehr, dabei sind seine Tage gerade erst zweistellig geworden. Es vergeht zu schnell, dafür dass diese Tage zu vollgestopft sind. Teils mit To Dos, teils mit Scheiße (sorrynotsorry media circle). Und mit Theorie für den Führerschein. Es hängt noch ein Rest aus der Zeit zwischen dem einen Jahr und dem anderen an mir fest. Den einen will ich abarbeiten. Mit dem anderen will ich im Stillen sitzen, Beine verschränkt, Augen zu, und nachdenken.

Zu dem was kommt.

Fortgeführt, die Idee einer Herzliste –
Vorsätze, die nicht Pflicht sein sollen, um Defizite auszugleichen. Eher, was ich mir vornehme, was ich will, wirklich. Abhaken, was Spaß macht. Ein Plan.

Was ich letztes Jahr geschafft habe, scheint überschaubar. Puppen genäht, mit Routine geschrieben für mich und öffentlich, das Jahr am Saum festgehalten. Mit Überraschungen, wie dass ich Uni kann, mich einzig vor Unibürokratie fürchten muss. Ich weiß, warum mein Gedichtversuch nicht gelang, und wie es gehen kann. Oder warum ich nicht Harry Potter las.

Und fürs Neue?

Zwei Jahre vor mir hergeschleppt, dieses Jahr wird es was: ich lerne Autofahren. Antrag ist abgegeben, praktische Stunden sind vereinbahrt. Mit meinem Führerschein kann ich im Sommer nach Rumänien fahren. Wofür ich einen Intensivkurs Rumänisch machen werde. Und dann werde ich, wenn mir nicht die Zeit einen Streich spielt, meiner letzten Uroma ein Ururenkelkind in den Arm drücken.

Ich will nicht nur für Deadlines schreiben, auch den Wecker stellen für Schreiben ohne Anlass. 52 Gedichte, neuer Versuch. Schreiben öfter öffentlich.
Geld sparen. Für Führerschein, Reisen (alleine, USA, vielleicht?), Unikosten und so weiter. Aber auch für die Ausbildung zur Doula.
Mehr Ballett. Vielleicht auch Rollerderby.
Aussortieren. Lernen. Keimlinge ziehen.

Was ich mir wünsche

Wieder richtig lektoriert werden, einen Text auseinandergenommen zu bekommen, und ihn danach flicken. Mehr Text in Print. Geld für Text, und Credit Points. Text in Code.
Was wünschen, was noch geheim ist, und eher Glücksspiel.

Ich will aufgehen. Nicht wie Plunder, nicht wie Hefe. (Aber Plunder verspeisen.) Wie das Loch einer heruntergefallenen Masche aufgehen, offen sein. Dass Finger hindurchpassen. Keine Angst davor, dass alles zusammenfällt. Was daraus wird oder fällt, wir werden es sehen.

all der Dinge

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far and near
are all around

Ich beende das Jahr wie ich es begann, mit Caroline Shaw im Ohr, mit Melodien, die meine Hände nachzeichnen. Partita for 8 Voices. Ich denke all der Dinge, die dieses Jahr in sich hatte, und wie es sich macht, im Vergleich mit all den anderen. Dabei ist der Unterschied nur, dass ich es ein bisschen besser dokumentiert habe. Ich kann es beweisen, und mich darin. Es verflog nicht bloß.

Eine partielle Sonnenfinsternis, eine vollständige Mondfinsternis. 19 Texte für kleinerdrei, was für die MISSY und für Frau Frohmanns Tausend Tode. Einen Pullover gestrickt, Regenbogengarn gesponnen. Tomaten und gelbe Paprika vom Samen zur Frucht gebracht. Karussell und Dampflokomotive gefahren.

Die Dinge, die außerhalb meines Schreibzimmers passierten, waren oft schlimm. Ich glaube, diese Konstante bleibt von Jahr zu Jahr. Zu sagen es sei ein gutes Jahr gewesen, politisch, das kann nur ignorant sein. Irgendwas ist immer. Schlimmer ist: Menschen sterben und sollen es nicht. Bei System und Struktur können wir uns wenigstens wünschen, dass was zu ändern geht. Doch Menschen sterben und es ist unumwünschbar.

Und für mich, in meinem Schreibzimmer? Willnichklagn. Ich kann mich tragen. Und habe alles ein Stockwerk höher geschleppt, das Schreibzimmer ist jetzt ein Kinderzimmer und Andreas alte Werkstatt unter dem Dach ist jetzt mein neues Schreibzimmer. Eine neue Werkstatt. Ich habe Jahreszeiten gesehen, sah Rabenkinder flügge werden und mein Kind singen lernen. War in Wien und in Berlin, wie das Jahr zuvor. Ich sah die besten Köpfe meiner Generation im Internet und mich von innen mit Brille. Jetzt ist es dunkel. Zeit, dem alten Jahr gute Nacht zu sagen.

Wunderkerze an und mit melancholischem Blinzeln raus.

 

12

Der vollste Monat. Der, der die meiste Planung benötigte, und dann doch so voll war, dass sich kein Platz für Planung fand. Der Höhepunkt des Jahres, oder das, was er gewesen wäre, wenn man sich am 25. Dezember fragt: „Und das wars jetzt?“Ich habe mich das nicht gefragt.
In dem Zwischending, das die letzten Tage vor dem neuen Jahr sind, wünsche mir ein weiteres Zwischen dazwischen. Um Zeit zu haben für Pause in Pyjamas, und dafür, verspätete Pakete, Uniferienaufgaben und das alte Jahr loszuschicken. Dafür, das neue Jahr zu planen, so lange es noch nicht begonnen hat. Um es nicht wie diesen Monat auf Improviation zu bauen. Nevertheless, I liked December’s tune.

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gelesen: Texte u.a. von Susan Glaspell, Jane Austen, Terry Eagleton, Franz Stanzel, Gérard Genette, Charlotte Perkins Gilman, Katherine Mansfield, Helene Lange, Minna Cauer, Helene Stöcker, Lida Gustava Heymann. Wie Rosie den Käsekopter erfand von Andrea Beaty (unbefriedigend übersetzt). Für Hund und Katz ist auch noch Platz von Scheffler und Donaldson (fantastisch gedichtet). Diverse Weihnahtspixies. Als allerliebstes, wegen Widmung und Karte dazu: mein Kickstarter-Perk-Taschenbuch Introducing Teddy von Jessica Walton.

geschrieben: Einen Selbstversuch in DIY, einen Erklärungsversuch, warum die Vorweihnachtszeit mich stresst, und im Detail über einen dieser Stressfaktoren, nämlich meinen Versuch 24 Weihnachtsfilme bis Mitte Dezember zu sehen.

gesehen: Frozen, How the Grinch Stole Christmas, Jingle All the Way, Death of a Salesman, Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten, The Miracle on 34th Street I & II, A Very Murray Christmas, Kevin allein zu Haus & in New York, Scrooged, Tödliche Weihnachten, It’s a Wonderful Life, Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch, Die Suche nach dem Weihnachtsstern, Star Wars – The Force Awakens (Mein erster 3D-Film im Kino und der erste Film, den mein Bruder im englischen Original im Kino sah)

gerochen: Eggnog- und Rentierseife von Lush, vor einem Jahr vergünstigt gekauft und für diese Adventssaison aufgehoben. Räucherkegel und Adventskranznadeln. Nelken in Orangen. Ausgepustete Streichhölzer. Erbrochene Milch und Nudeln.

geschmeckt: Zotterschokolade. Heiße Zitrone mit Zuckerrübensirup, Sternanis und Vanille nach Nomis Rezept. Selbstgemachten Eierlikör. Pilzgulasch. Kardamonkakao. Windbeutel. Gans mit allem drum und dran.

gehört: Händels Halleluja auf Repeat (das Kind weiß, dass es der zweite Track auf dem Album ist), das Bach’sche Weihnachtsoratorium nachdem das Glöckchengeklingel die Kinder zur Bescherung führte,  Der Tee von Eugenia und andere Songs vom Album Unter meinem Bett, zum Beispiel noch

geschafft: nicht die Krise zu kriegen. Mein Schreibzimmer leerzuräumen, um Platz zu machen für ein Kinderzimmer. 24 Sterne fürs Treppenhaus und 23 Schneeflocken für Fenster zu falten, nachts fürs Haus Nikolaus zu spielen. Mich in den Führerstand einer Dampflokomotve zu trauen und für einen Führerschein anzumelden.

gewundert: über die Polizei, die am Heiligen Abend im dunklen Innenhof mit großen Taschenlampenkegeln mutmaßlich wen auf einem Baugerüst suchte, während nebenan in unserem hell erleuchteten Wohnzimmer das Weihnachtsessen und Geschirr für 12 Leute auf den Tisch gebracht wurde.

gesucht: meinen Christmas Spirit. Und ständig die Tesa-Kleberolle.

gefunden: die Hausschuhe des Kindes

gefühlt: überfordert. Zufrieden.

12von12 – Dezember

Bestmöglicher Tag für 12 Fotos vom Tag, obwohl das Wetter teils so trüb ist, dass ihn unter einer Decke zu verbringen keine Schande gewesen wäre. Aber Ella besucht die Stadt, und das ist ein Fest, das wie ein Fest begangen gehört. Mehr dazu, wie der Tag anderswo war, hier.

It_s_not_that_shower_that_wakes_me_up__it_s_the_constant_fear_that_the_kid_might_open_the_tap_on_the_sink_while_I_m_under_the_shower.__12von12In den Mittag hinein verschlafen, und immer noch so müde, dass der Schritt unter die Dusche so schwer wie notwendig ist, um wieder wachzuwerden.

Lunch_with__ringelmiez___pantsukudasai_and_tiny_dinosaur___12von12__dinocemberMittagessen mit Ella und dabei auch Nomi das erste Mal richtig getroffen und nicht nur aneinander vorbeigerauscht. Meine Wraps sind gut mit Hummus gefüllt, haben eine Hummusbeilage. Ich gönne mir noch einen Hummusnachschlag. Glück mal drei.

Fancy_store_with_really_affordable_notebooks__12von12Wir spazieren durch die Innenstadt. Nomi und Lucien zeigen Ella Läden, die ich selbst nicht kenne, obwohl ich hier wohne. Aber ich halte meine Augen auch nicht so sehr nach schicken Geschäften offen, weil mein Blick zu oft gesenkt ist, Richtung unterste Regale mit den Sonderangeboten. Die schöne Überraschung, dass ich bei Muji supergünstige Notizbücher in mittleren Regalen finde.

Another_fancy_store__not_so_affordable_stuff__12von12Der nächste Laden gibt Cremes und Düften und anderen Pflegeprodukten in dunklen Gläsern Namen von Sternbildern und ich fühle mich dort so fehl am Platz wie in einer entfernten Galaxie ohne Raumanzug.

The_making_of__12von12_with__ringelmiezDas Meta- oder Behind-the-scenes-Bild davon, bei allen Aktivitäten des Tages nicht die Bilder für den Tag zu vergessen. Unterwegs mit Menschen aus dem Internet = feeling at home with people.

Found_out_today_that_my_study_ID_grants_me_free_entry_in_all_city_museums____12von12Mit Ella und Kind in der Seyfried-Ausstellung in der Caricatura. Ich stelle fest, dass Wirklichkeit geworden ist, womit bei vorangegangenen Uniwalen geworben wurde, und zugunsten dessen ich wohl auch meine Wahlentscheidung traf: Ich darf mit meinem Uni-Ausweis kostenlos in alle städtischen Museen. Yeah!

The_best_view__12von12Mein Freund hat den Arbeitsplatz mit der schönsten Sicht auf den Frankfurter Weihnachtsmarkt. Mit Ella, Nomi und Familie schauen wir uns den samstagsübervollen Markt von oben an. Es ist, als würden wir nachts in eine Schule schleichen. Und dann stehen wir im Dunkeln und gucken. Während es draußen leuchtet und duftet, packen die Turmbläser_innen auf der Kirche nebenan ihre Blechblasinstrumente aus und spielen Weihnachtslieder.

___12von12Danach fahren wir Karussell, in einer verhältnismäßig menschenleeren Weihnachtsmarktblase. Viele Runden, das Kind traut sich zu reiten und ich genieße, dass es noch klein genug dafür ist, dass ich umsonst mitfahren darf.

Following_the_railway_tracks_while_safron_shopping__12von12Kurzer Abstecher in die Lebensmittelabteilung eines Kaufhauses, um Safran zu kaufen. Ich will in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezmber Lussekatter backen, zu Lucia. Das Kind nutzt derweil die Spuren auf dem Boden als Eisenbahngleise. Tschuu tschuu.

Dinner_with_the_lovely_people_from_the_internet__12von12Abendessen mit den feinen Menschen aus dem Internet. Die körnige Bildqualität kann kaum wiedergeben, wie schön es war und wie lecker. Ich habe auch versucht mein Essen zu fotografieren, vergeblich.

Dinner_table_view__Gute Aussichten. Kinder, die miteinander spielen, ohne dass ein_e Erwachsene_r sich konstant entziehen muss, um acht zu geben. Ab und zu muss ein Konflikt um eine Spielzeugeisenbahn gelöst werden, aber es gibt keine Verletzten. Und irgendwann dann doch nach Hause. Müde und beschenkt.

READIN~1Die Adventskalendergeschichte des Tages. Das Kind im Arm schläft schnell ein. Ich nicht, ich werde noch bis drei Uhr nachts backen. Der Safran ruft.

11

Ein langer Monat, dabei hat er nur dreißig Tage. Ein Monat, vor dem ich Respekt habe, weil ich um seine Dunkelheit weiß, und was das mit mir macht, wenn noch nicht mal Lichter hängen. Der Monat, in dem die meisten Uniseminare fallen lasse, traditionell. Und anderes auch.
Dieses Jahr war ich vorbereitet. Packte ein Pralinenseminar an den Monatsanfang, um Selfcareproviant bereit zu haben. Deckte mich mit Nahrungsergänzungmitteln ein, um Energie zu haben. Backte Kuchen. Er verging nicht ohne Verluste, der November. Aber er verging, und das war fast schade.

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gelesen: Suchst du Streit von Karsten Streich und viele andere Kinderbücher durchgeblättert. Ansonsten Texte gelesen u.a. von Raewynn Connell, Pierre Bourdieu, George Mosse, Andreas Kraß, Michael Meyer, Walt Whitman, Emily Dickinson, T.S. Eliot, Langston Hughes, Peter Reading, Wing Tek Lum, Sherman Alexie, Manfred Pfister, Jeanne-Victoire, Jeanne Desirée, Flora Tristan, Louise Dittmar, Louise Otto-Peters, Sojourner Truth, John Stuart Mill & Harriet Taylor Mill und Hedwig Dohm.

geschrieben: Auf kleinerdrei eine Rezension zum schönsten Wochenbettcomic und eine Erinnerung an den wertvollsten 20-Mark-Schein der Welt. Und dann schrieb ich mittlerweile 300 Tage am Stück auf 750words.com, und zwar über 50.000 Worte in diesem Monat, um mir einen NaNoWriMo-Badge zu verdienen. Dabei keine Story geschrieben, aber mir Gewissheit verschafft, dass jeden Tag 1500-2000 Worte schreiben so leicht ist, wenn ich es nur mache.

Nicole von Horst wrote 1692 words on Monday November 30, 2015 on 750 Words 2015-12-01 21-57-07

gelernt: ich muss WIRKLICH anfang November mit der Adventsplanung anfangen, auch wenn ich mich noch nicht danach fühle. Wenn ich auf dem Weihnachtsmarkt aushelfen will, muss ich mich im Oktober dafür bewerben, nicht im November. Und, in case you didn’t know: beherzt in Jalapenos zu beißen ist nicht so klug.

gesehen: Arielle, Die Schöne und das Biest, Pocahontas, Mulan, Küss den Frosch, Rapunzel, Nightmare before Christmas, Die Hard 1 + 2, Während du schliefst, Nacht der Angst.

gehört: Immernoch oft Monument von Robyn und Röyksopp. Und viel The Knife und Fever Ray. Vor allem Mercy Street, als Rhythmus zum Tippen.

gerochen: Warme Düfte aus dem Backofen. Die erste in der Öffentlichkeit geschälte Mandarine.

geschafft: zwei Montage hauptverantwortlich für Kindergruppentreffen zu sein. Endlich Eichelkäppchen und schöne Bierdeckel mit Teelichtdochten und Wachs zu füllen. Maschenmarkierer (nach dieser Anleitung) zu basteln. Eine Waldorfpuppe für ein Geburtstagskind zu nähen.

gemacht und gegessen: Gesundmachsuppe mit Orangen und Fenchel. Kürbisgnocchi, mehrere Kürbiskuchen, einen Sack voll Pralinen, Komfortfrühstück.

gespielt: Dinovember, bis das empörte Kind genug davon hatte.

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gefühlt: auf der Hut

12von12 – November

Schon wieder so lange her, zu lange, um bei Draußen nur Kännchen zu finden zu sein (aber wie immer dort alle anderen, die nicht zu spät sind), beinah zu lange, um mich an den Tag zu erinnern. Ein Donnerstag, das sagt der Kalender. Die Sonne knallte in den Tag, das sagen die Fotos.

November_days_that_start_with_an_orgasm._I_m_okay_with_that.____12von12Den Tag mit einem Orgasmus beginnen. Truth be told, das Kondom war daran eher nicht beteiligt.

Off_to_the_not_so_pleasant_tasks__12von12Weiter mit weniger vergnüglichen Aufgaben. Die Wassermelone unten links ist übrigens  nur eine  grüne Schüssel, durch die Mehlreste schimmern.

Somewhat_clean_kitchen___room_to_prepare_lunch_for_myself__12von12Die Küche aufgeräumt, dabei Platz geschafft, um etwas Befriedigenderes machen zu können. Selbstgemachte Kürbisgnocchi kochen zum Beispiel.
Cancelled_date._Sending_well_wishes_and_hoping_for_a_new_opportunity_to_meet_up_with_a_badass_feminist_person_of_3__12von12 Auf ein Date gefreut, Date wurde abgesagt. Schade.

Selfie_of_the_day__12von12Stattdessen Date mit mir selfie.

I_m_not_doing_a_proper__nanowrimo_this_year._Instead_I_just_try_to_write_50.000_words_of_anything_this_month__to_at_least_earn_me_a_nanowrimo_badge_on_750words.com._Today_2082_words__280_day_streak.__12von12Und ein Pflichtdate mit meiner Tastatur. 282 Tage 750words am Stück, 2082 Worte an diesem Tag. Komplett ohne Copypaste-Schummeln.

Second_date_got_cancelled._Meh.__12von12absage für das zweite Date des Tages erhalten. Screw you, sicknesses! Ich hatte darauf gehofft, raus zu gehen und den Tag damit zu verbringen, coole Leute zu highfiven, aber das fällt wohl aus.

Crafting_a_little_suprise_snail_mail_and_getting_myself_a_second_skin_out_of_super_glue__12von12Drinnen bleiben und Genesungskarten basteln.

The_Old_Jewish_Cemetary_as_seen_from_the_day_care_center_in_November__12von12Dann doch noch draußen, um das Kind abzuholen. Die Dämmerung hat den Tag einholt. Der Blick vom Eingang der Krippe auf den alten jüdischen Friedhof im November. (März, Mai, Juni)

This_was_scariest_from_below__12von12Spielplatzbesuch. Das Kind kann so hoch klettern, das meine Hände nicht heranreichen und das ist für mich gruseliger als für es selbst.

Testing_new_tracks__12von12Neue Schienen, ältere Abendroutine. Husch husch husch, tuut tuut.

How_I_longed_to_spend_this_sunny_day_outside__to_soak_up_the_light._But_when_I_found_the_time_to_leave_the_house_it_was_already_getting_dark_again._And_I_getting_so_tired.__In_bed_already.___12von12Einschlafbegleitung, mit Ipad. Ich finde darauf ein Foto vom Vormittag, als ich wahrnahm, wie warm es an diesem Tag werden soll, und hell, und mir vornahm, ihn draußen zu verbringen, um meinen Vitamin-D-Balken aufzuladen. Was dann hat das gar nicht geklappt, oder halt zu spät. Immerhin: Das Licht sah auch von drinnen nicht schlecht aus.

 

10

Ich kann genau sagen, wann der Oktober mein Lieblingsmonat wurde. Es ist, wie das Licht zwischen Laub ins Fensterglas fällt und auf dem Laminat landet. Es liegt in seinen Neuanfängen, jedes Semester neu, aber zum Wintersemester immer neuer als im Frühling. Es hat mit den Dingen zu tun, die man aus Kürbissen machen kann, und dass es okay ist, zuhause zu bleiben und mit den Händen zu arbeiten. (Nennt es ruhig Basteln.) Aufatmen bei jedem glühgelben Baum. Wie schön die Dinge werden, bevor sie sterben.

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gelesen: Olympe de Gouges von Olivier Blanc, für ein Referat. Ich habe das Gefühl, dass ich das vor 14 Jahren für den gleichen Anlass schon einmal gelesen habe. Außerdem Texte von Terry Eagleton, Raewynn Connell, Michael Meyer, William Shakespeare, Walt Whitman, Ezra Pound, Emily Dickinson, William Carlos Williams, William Blake, Olympe de Gouges, Mary Wollstonecraft, Ute Gerhardt, Hannelore Schröder, Michael Kimmel, Gregory S. Brown.

geschrieben: 270 Tage 750words, und auf kleinerdrei ein Text übers Zähneputzen und einer übers Kacken, der vorgibt, von Überraschungen zu handeln.

gelernt: dass es auch eine Möglichkeit gibt, beim Lesen nebenher produktiv zu sein, wenn ich dabei Dehnübungen fürs Ballett mache. (Nicht gelernt: dass es ausreichen könnte, nur eine Sache auf einmal zu machen, um der Sache selbst Willen)

gesehen: Schneewittchen, Cinderella und Dornröschen.

gehört: Monument von Robyn und Röyksopp. Alle Parodien von Drakes Hotline Bling, am Liebsten die Pokémon- und die Merengue-Version

gerochen: Bratapfelhandcreme in einem Ballettsaal, immer wenn ich die Arme von der ersten in die dritten Position hob. Eine räumlich klar absteckbare Pupswolke in einem Indoorspielplatz.

gewagt: mich für ein Referat zur ersten inhaltlichen Sitzung des Semesters anzumelden. Fahrrad zu fahren.

geschafft: besagtes Referat in einer Woche vorzubereiten, mit allem Pipapo. Ein Ei zu pochieren.

gesucht: die Hausschuhe des Kindes.

gefunden: Ein Flohmarkt-Miniklavier, für nur 5€. Neue Hausschuhe fürs Kind. Einen Fotoautomaten, vor dem Schauspielhaus.

gefühlt: in meiner Haut.