8

Sich Ende September an den August erinnern ist nicht leicht, aber wenn ich mir jetzt nicht ein bisschen Mühe gebe, ist Ende des Jahres alles weg. Ich erinnere mich an Hitze, zu viel Hitze, und Regentage, ein starkes Entweder-Oder, kein Angenehm, kein Dazwischen. Ich bin deshalb meistens im Haus geblieben. Dann kam ein Urlaub mit Verreisen, mit Gartenpool, mit Katzenbabys und Trampolin und alles rief nach Draußen. Den August durchgespielt nach Anleitung des Kindes.

decay

gelesen: Magic Cleaning von Mari Kondo (nützlich). Das bewegte Buch von den Krickelkrakels und ungezählt viele Kinderbücher mehr (okay). Publikumsbeschimpfung und andere Stücke von Peter Handke (redundant). Tschick von Wolfgang Herrndorf (wow!).

geschrieben: Notizbuch. Packliste und Ferienplan.

gelernt: was auch immer es ist, ich habe es vergessen.

gesehen: Mad Men von Staffel eins bis vier (How could I miss this). „Hui husch husch, bitte hui husch husch!“- seit dem Kind die Trainspotting-Videos („viel Dampf“, „mächtiger Sound“) zu langweilig geworden sind, verlangt es ausschließlich nach bestimmten animierten, englischsprachigen Lernvideos mit Lok.

gehört: STS, Farin Urlaub, Philip Glass, Die kleine Raupe Nimmersatt von Ludger Edelkötter und Richard Claydermann für die letzten Seiten Tschick.

gerochen: Popcorn und Kürtős, weiße Schokolade mit grünem Tee und Sesam, Rosmarin und Katzenfutter.

geschafft: eine Op-Art-Spindel zu bauen. Eine 1.0 in der Geschichtsklausur (BOOM!). In mein neues zulassungsbeschränktes Nebenfach reinzukommen. Einen Platz im Railsgirls-Workshop zu ergattern.

gestreichelt: Ziegen, Schafe, Esel, Kaninchen, Birma-Katzen, Schnecken, Ponys, Kinderhaar (gedankenverloren auch mal das des falschen Kindes).

gesucht: Meinen Ausweis, den Ausweis des Kindes und mein Handy bei einem kurzen Aufenthalt in einer Wiener Notaufnahme. Ein Quidditch-Match. Ein Geschäft, das Polaroidfilme offeriert.

gefunden: Nichts von alledem.

gesteckt: mit den Waden im Schlamm, mit den Füßen in eisigem Bachwasser, um den Schlamm fortzuwaschen (lieber den Schlamm an der Sonne festtrocknen lassen). Die Hand in einen Poolfilter wie in den Mund der Wahrheit.

gefühlt: beschenkt. Und wie sich eine Nacktschnecke anfühlt, wenn man im Dunkeln barfuß in sie hineintritt.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s