2 Jahre

Mit Schluckauf vor der Tastatur sitzen und tippen, statt das Wohnzimmer aufzuräumen und einen Geburtstagstisch vorzubereiten. Geburtstagstische für nach dem Aufwachen gab es nicht, als ich noch klein war, es gab Geschenke im späteren Tagesverlauf, aber ich finde die Idee ganz schön, aufzustehen und als Geburtstagskind direkt zu sehen, dass was los ist. Oder mit Kerzen auf Kuchen im Bett geweckt zu werden, sofern man in einem eigenen Bett schläft. Eine Feierlichkeit.
Weil ich nicht gut früh aufstehen kann, bleibe ich nachts lange wach, wenn ich Sachen fertig machen will. (Auch ein Grund dafür, warum ich nicht gut früh aufstehen kann.)  Ich will also aufräumen und herrichten und dann noch Zähneputzen und ins Bett, vielleicht noch ein Glas Wasser gegen den Schluckauf. Und sitze, wo ich vor zwei Jahren auch saß, als das Kind grad noch nicht auf der Welt, aber gut unterwegs war. Nachts, am Schreibtisch im Wohnzimmer, vor einem Computer. (Der damals ein ganz anderer war.) Wach mit Wehen, die ich nicht unangenehm in Erinnerung habe. Verjährungsfrist verstrichen, nehme ich an. Ich versuche, mir in Erinnerung zu rufen, wie sich das angefühlt hat, damit ich ganz erleichtert sagen kann, puh, gut, dass ich jetzt nicht gebären muss, aber während der Geburt hatte ich jedenfalls keinen Schluckauf. Und ins Bett komme ich gerade ja nun auch nicht.
Weil ich nicht mehr auswendig weiß, wann das Kind auf die Welt kam, muss ich nachgucken. 5 Uhr 58. Jetzt ist es etwa zwei. Also Uhr. Und das Kind, das ist jetzt auch fast zwei. Ich feiere das sehr.IMG_1283x

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7

Für den Juli habe ich nichts geplant. Er hat sich ergeben und dann war er wieder weg. Viel Sonne, meist von innnen gesehen (Stay Home Club). Ein wenig unterwegs gewesen, Menschen aus dem Internet getroffen (ohai!). Alles mögliche, ausgeglichen, aber durcheinander.

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gelesen: Eigentlich ein Heiratsantrag von Jagoda Marinić. Drei andere Bücher angefangen und dann vergessen.

geschrieben: Lernnotizen. Mit der Hand in ein neues Notizbuch. Eine Fachwechselbewerbung. Und diese umfangreiche Uniklausur, darin weniger Platz verbraucht als verlangt.

gelernt: Jahreszahlen und Zusammenhänge. Dass Versuch auf Englisch nicht „a try“ sondern „an attempt“ heißt.

gesehen: alle Folgen Crash Course US History von John Green. Orange is the New Black zuende. Amistad. Lincoln, Magic Mike XXL. Auf der Suche nach einem anderen mit lettischer Volksmusik unterlegten Zeichentrickmärchen dieses gefunden und zur Einschlafbegleitung benutzt:


(Ich suche immernoch, also wenn ihr Hinweise auf youtube-Videos habt, auf die die Stichworte lettisch, Märchenwelt, Musik und Zeichentrick/Animation passen, drop me a note.)

gehört: mich selbst durch die Kopfhörer beim Podcasten. Das Kind beim Geige als Cello spielen, die Geige in seinem Schoß, das Kind dabei in meinem Schoß. Den Vortrag Ain’t I a Woman von Laverne Cox, noch mal fürs Herz und für ein Unireferat.

gerochen: Frische Minze und Currykraut.

gefahren: Piratenboot & Historische Eisenbahn. Mit dem Spinnrad zur Tour de Fleece. Und zum kleinerdrei-Sommercamp nach Berlin, das wirklich <3 war.

geschafft: konstant zu lernen, ohne mich abzulenken. Eine Prüfung zu schreiben, ohne abhauen zu wollen. Ein Referat, dessen schwierigster Teil (natürlich) die Organisation der Gruppenarbeit war.  Eine Sonnenblume vom Samen zum Blühen und eine Tomate von Setzling zur Speise zu bekommen.

gefühlt: eine gemeine Reise-Migräne. Bienenstachelstich in meinem Fuß. Als eigene Person.