a painting for hope

Durch Isabel Bogdan vor Monaten Wochen einen Hinweis darauf bekommen, dass das Künstlerehepaar C. P. und Heidi Seibt ein Jahr lang kleine Gemälde gegen Hoffnungen eintauscht. Richtig verschenkt, sogar mit Porto. Jeden Tag gibt es ein neues Bild, für das man eine Hoffnung einreichen kann, wenn es eine_n anspricht. Wenn mehr als eine Person sich das Bild wünscht, wird gelost.
Nachdem ich mich einige Male vergeblich auf ein Bild beworben hatte und schon ausrechnete, wie häufig ich eine Hoffnung einreichen müsste, um überhaupt eine Chance zu haben, je nach Durchschnittszahl der Bewerber_innen, ist es mir plötzlich doch geglückt. Bei einem Bild, dessen Hoffnung von allen eingereichten Hoffnungen meine Wichtigste war. Und, Knaller: es ist Bild Nr. 333.

Ich stehe vor einer mit schwarz-weißen Kleinigkeiten bebilderten Wand, trage ein Kleid in Blau, sodunkelfastschwarzblau und rot, habe einen Zopf zu einen Knödel gebunden und trage ein Bild in einem quadratischen Passe-Partout auf dem Arm. Das Bild darin besteht aus zwei schräg nach rechts gelehnten breiten Streifen, die auf einer Linie liegen, aber unverbunden sind. der Obere Streifenteil ist oben Schwarz und wird immer heller, ist klar und glatt. Der untere Streifenteil ist roange, rot und ein bisschen lila, ist wellig, wie als schmölze er.
Es gibt noch sechs mal die Chance, Hoffnung gegen Bild zu tauschen. Auf, auf!

 

 

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12von12 – März

Ein sonniger Märztag. Der Zwölfte dieses Monats. Offengehaltene Augen und zwölf Bilder von diesem langen Tag, nicht nur von mir..

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Ich lerne eine meiner Muttersprachen neu, deren Klang mir so vertraut ist wie meine Fähigkeit sie anzuwenden abwesend. Mit Kaffee durch ein paar Vokalbelkarten blättern. Prăjitură. Ich kann kein rrr.

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Was ich kann: wieder regelmäßig schreiben, 750 Worte, mindestens. Wenn ich nicht so lange warte, nachdem ich aufgestanden bin, fällt es sehr leicht. First things first.

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Auch sinnvolle Texte schreiben. Mehrere Versuche für was Kurzes mit Pointe, mit Aussicht drauf, gedruckt zu werden. Gute Mühe, das wiederum nicht so leicht.

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Spätnachmittags das Kind von der Krippe abholen. Von der aus man die beste Sicht auf den alten jüdischen Friedhof hat und dafür die Nase nicht zwischen ein Türgitter klemmen muss.

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Einen schönen großen Vogel gesehen, der seine langen Schwingen ausbreitete, als wir ihm näher kamen, sich sonst aber sonnte.

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Mit dem Kind noch einen Abstecher zum Main machen, statt Spielplatz. Es schwebt voran.

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Dann diese fiesen Vögel. Das Kind torkelt in Richtung Gans und was macht die? Läuft mit Angriffsgeschnatter direkt auf das Kind zu, das nur wenig größer ist und in einem Duell mit ihr keine Chance hätte. Ich werfe mich dazwischen, trage das Kind von ihr weg. Und die? Rennt erneut zeternd auf das Kind zu, sobald es auf dem Boden steht. Holy fuck. Chill mal, Gans. Chill mal.

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Nach einem Flugzeug Ausschau gehalten, um es zu fotografieren, weil sich ein Wunsch darin verbirgt. In einer Stadt leben, in der es so konstant nach Flugzeug dröhnt, dass ich es nicht als Störgeräusch wahrnehme, aber wenn ich mal absichtlich eins sehen will, ganz schön lange warten und ins Blau starren muss.

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Dem Kind ein Eis versprochen, oder eher mir selbst (Matcha-Eis, nämlich). Die übermütige Idee, sich ins Café hinein zu setzen. Das Kind verzieht erst das Gesicht, wahrscheinlich weil Eis kalt ist, und klagt so sehr, dass wir wieder gehen. Ich nehme an, es wolle Eis, sei aber frustriert, weil Eis eine unangenehme Temperatur habe. Stellt sich heraus: Es ist frustriert, weil es selbst mit dem Löffel essen will. Ich bleibe ab da alle drei Meter stehen, um ihm vom Eis zu reichen.

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Zum Beispiel vor dem Museum für Moderne Kunst. Im Erdgeschoss des MMK ist ein Fenster einsehbar, zu einem holzverkleideten Zimmer mit Mikrowelle und Tassen. Ist das Kunst oder kann da ein_e Angestellte_r Pause machen?

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Zuhause zieht es das Kind zu den Bilderbücher, es zieht an der Decke auf dem Sofa und deckt uns zu. Wir lesen (ich singe) die Raupe Nimmersatt, bis es so sehr an einer Seite zieht, dass sie reißt. Dann verlangt es nach keinem neuen Buch mehr und schläft ein.

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Den verborgenen Wunsch offenlegen. Daumen (raus) halten.

2

Der Februar hat mich gerade damit überrascht, dass er schon vorbei ist. Ich hätte gerne noch ein paar Tage von ihm genommen; sein Schluss war schön.

Bewerbungsfoto von mir in Anzug, mit Quatsch aufgemotzt. Ich trage einen Schnurrbart, eine Krone, kleine Monster sitzen auf meiner Schulter und im Hintergrund strahlt ein gleisendes Licht ins besternte Blau.Monatsportrait: Bewerbungsfoto-Horsti

gelesen: Tiere Essen von Jonathan Safran Foer immer noch nicht zuende. Dafür Muttergefühle. Gesamtausgabe von Rike Drust in einer Nacht und einem halben Tag durch. Wie ich in der ersten Schwangerschaft nicht an das Buch wollte, weil sie nicht hoffnungsvoll war, und nach der zweiten Geburt keine Lust hatte über Gefühle zu lesen, die ich nicht habe, war diesmal die Zeit richtig. Nachträgliche Versicherung, dass dieses Buch auch dann safe ist, wenn man nicht in Liebe fürs Kind ertrinkt. Wird jetzt verliehen.

gesehen: immer noch Bob’s Burgers, immer noch <3. Außerdem den Film Arranged, wegen eines gif-Sets, über das ich auf tumblr stolperte. Empfehlung.

gehört: Take me to Church von Hozier rauf und runter, nach dem das Internet an verschiedenen Stellen dieses Video empfahl, als erstes gesehen bei Sue. Das Lied leider leergehört, das Video ist trotzdem noch schön. (Ich bin nicht die einzige, die David LaChapelle mit David Chappelle verwechselt, oder?)

Außerdem: Sleater Kinney! Nachdem ich mit dem Album nicht warm wurde, hat es mich durch dieses Lied mit einem Schlag getroffen. Liegt nicht nur am Video, ich schwöre.

gerochen: nach Schweiß. Und gutes Essen im Treppenhaus, das nicht hinter meine Tür führte.

gesucht: einen Aushilfsjob. Suche noch.

geschafft: nicht mehr ohne Sinn und Verstand zu scrollen. Ablage gemacht. Mein Postfach von über 11.000 Mails (über 6.000 ungelesen) auf 3.879 (davon 1285 ungelesen) reduziert. (Mir war wohl mal so langweilig, dass ich eine Piraten-Mailingliste abonnierte. Don’t ask.)

geschrieben: dies, das, Konzertnotizen, einen Lebenslauf und wieder täglich 750 Worte.

gespielt: Verstecken, mit Bauklötzen und endlich wieder schlecht Geige, ausgerechnet auf einer Bühne.

getroffen: ein letztes Schulorchesterkonzert, mitten ins Herz, dabei Menschen die ich lang nicht sah und bittegerne oft wiedersehen möchte.

gefühlt: Super sorgenvoll und sehr zufrieden.