Oh, ktober

Train-whistles, sweet clementine
Blueberries, dancers in line
Cobwebs, a bakery sign
Oooh, a sweet clementine, oooh, dancers in line, oooh

If living is seeing I’m holding my breath,
In wonder, I wonder what happens next
A new world, a new day to see

I’m softly walking on air
Halfway to heaven frontier
Sunlight unfolds in my hair
Oooh, I’m walking on air, oooh, to heaven frontier, oooh

If living is seeing, I’m holding my breath
In wonder, I wonder what happens next
A new world, a new day to see
To see…

Ein Lied eingeübt, nur für die Tochter gesungen, nachts. Gehofft, dass sie sich erinnern können würde, dann, wenn nicht mehr Wasser ihr Resonanzraum wäre. Wenn die Vibration meiner Stimme von außen und meine Haut an ihre klänge. Gehofft, dass sie sich erinnern können würde. Nicht gewusst, ob sie’s je hören konnte. Aber fühlen vielleicht, und immer den Bauch gestreichelt dabei.
Er geht, um Bescheid zu sagen, dass wir bereit sind sie abzugeben. Ich halte sie auf meinem Arm, Gesicht an Schulter, streichle ihren Rücken. Sie kann es nicht hören, ich singe ihr trotzdem was. Dieses Lied, das erste Mal an der Luft, das allerletzte Mal. Vor Toten kann mir meine Stimme nicht peinlich sein. Sie bricht ein bisschen, das ist nicht schlimm. Ich bin fertig, ehe er wiederkommt, ich halte ihren Kopf und drehe sie um. Ihre Nase ist ein wenig eingedellt. Unter ihrem rechten Augenlid hat sich ein hellgelber Tropfen gebildet. Ich bilde mir gar nicht erst ein, dass das eine Träne sein könnte, aber oh.

14 Gedanken zu “Oh, ktober

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  2. Vor vielen Jahren habe ich einen Sohn begraben müssen, kurz vor seinem Schulanfang. Also ahne ich, was in einer Mutter vorgeht in diesen Momenten.

    (Ich frage mich gerade, wieso und wie ich hierhergefunden habe, es war ein anderes Blog, das verlinkte, nur welches weiß ich nicht mehr und so kann ich dort auch nicht Danke sagen.)

  3. Du bist Luca ein wunderbare Mutter, eine die sorgt und singt, die weint und lacht und blöde Witze macht. Die beste Mutter die Luca sich wünschen kann, die den ganzen Weg mit ihr geht! Ich kann nur erahnen, wie es ist, ein Stück Herz im Arm zu halten und unverweigerlich abgeben zu müssen…weiß nicht was ich noch schreiben kann..wollte nur, dass du weisst..You’ll never walk alone..

  4. Ich bin vor 5 Wochen selbst Vater geworden und kann gar nicht erdenken, wie es mich zerreißen würde, meine Tochter zu verlieren.
    Es tut mir sehr leid. Worte können solch eine Last und Trauer nicht mindern – aber vielleicht ist es tröstlich zu wissen, dass es Menschen gibt, die Anteil nehmen.

  5. Sie ist einfach wunderschön!

    Die Kinder, die nie leben dürfen, die trägt man immer bei sich. So sagt man. Und das ist auch gut so.

    Es gibt immer einen Grund, warum ein Mensch auf diese Welt kommen soll, selbst wenn er es nicht bis zu einem ersten eigenen Atemzug schafft. Und dann ist da diese Luca, die Euch und ihre künftigen Geschwister nicht verlässt und es auch in Zukunft nicht tun wird, weil sich ihr Zustand im Gegensatz zu dem der anderen Lieben vom Dasein zum Wegsein nie geändert hat und es auch in Zukunft nicht wird. Weil ihre Aufgabe zu seien scheint, bei Euch zu sein und Euch zu beschützen. Euer Leben reich zu machen.

    Viel Kraft und Mut, Euch wunderbaren Eltern!

  6. Pingback: Mit der Trauer im Netz | Kaiserinnenreich

  7. Du (!) hast alles richtig gemacht.
    Deine Tochter hat dich, deine Liebe und deine Nähe gespürt.
    Es geht ihr gut, ihr werdet euch wiedersehen.

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