season’s greetings


Buh!

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Briefkastenzauber

Der Stecker des Druckers passt nicht mehr in die Buchse des Steckdosenverteilers. Ich kann noch so drücken und pressen, es geht nicht. Klemmt, kaputt, ich weiß nicht. Das braucht Kraft, für nichts, und macht mich quengelig. Ich bin versetzt worden und gehe die Treppe runter an die Tür, um zu sehen, ob vielleicht ein Post-it am Briefkasten hängt; manchmal geht die Klingel nicht. Stattdessen was im Briefkasten.


Danke Carla.

beschenkt, 4

„Basisbuch Stricken“ von Betty Barnden. Ein Wunschzettelgeschenk von Katti, eine Buchempfehlung, die ich bei Ella sah. Ein Übersetzungsbuch, denn ich kann zwar stricken, aber verstehe Anleitungen nicht. Ich stricke wild, ohne Maschenprobe und passende Garne. Ich kann Flächen und Schläuche, aber da geht mehr. Jetzt find ich raus, wie, denn dieses Buch ist bestimmt übersichtlich, bunt und grundsätzlich genug. Heute neue Stricknadeln bei Oxfam gekauft (und dazu, makabrer Zufall, ein Buch zum Thema Abtreibung). Von vorne nach hinten lesen oder browsen? Stümpfe fertigstricken oder was Neues lernen? Winter is coming, Wolle zwischen die Finger!
Auf dem Buchrücken ist ein Sticker mit Barcode, da steht klein der Name des Buches drauf. Und „very_good“. Find ich auch. Danke Katti.

beschenkt, 3

„Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch. Ein Geschenk von isabo*. Und das passt so gut, weil ich erst durch ihre Empfehlung darauf gekommen bin, das Buch auf die Wunschliste zu setzen. Das passt auch, weil es in der privaten Pietät auslag, die wir vor ein paar Wochen für einen Preisvergleich besuchten. („Schnell das Buch lesen, solange die Bestatterin Tee brüht, das hab ich nämlich noch nicht, und ich weiß, dass es schön sein muss, weil isabo hat das gesagt!1!!“)
Ein schönes Buch, ein anstrengender Besuch. Wie mich die sorgenvolle, wenn gleich professionelle Betroffenheit ermüdete. Papiertaschentücher auf dem Tisch, aber nicht für mich. Oder: „Nein, ich möchte nicht über meine Gefühle reden, ich möchte etwas über Ihr Angebot erfahren.“ (400€ für einen Säuglingssarg aus Holz und 300€ für ein Weidenkörbchen. Dafür günstigere Transportkosten, hey!)

Ist immer noch ein schönes Buch. Eins zum mit flacher Hand drüberstreichen und „Ach“ sagen, mit großem A. Und „Danke“. Mit kleinem.
(Ich mag den Gedanken, zur Beisetzung eine Tulpe mitzunehmen.)

*Vielleicht ist es richtiger Isabel Bogdan zu schreiben oder Isabel, aber immer, wenn ich von ihr erzähle oder an sie denke, macht es in meinem Kopf „die isabo!“, nur ohne Unterstrich.

beschenkt, 2


„Der Mann schläft“ von Sibylle Berg. Ein Satz, den ich schon ein paar Mal twitterte; er stimmt auffallend häufig. Der Mann schläft und ich sitze noch am PC*. Der Mann schläft, ich kann später lang ausschlafen. Der Mann schläft, solang ich ihn nicht wachstumpe. Der Mann schnarcht schon mal.
Ein Geschenk von Mareike; mir war sogar aufgefallen, dass auf der Wunschliste was fehlte. Danke!

*Sagt man das heute noch so? Oder ist das nicht mehr, erm, pc? (höhö)

beschenkt, 1

„Rom, Blicke“ von Rolf Dieter Brinkmann. Ein Hildesheimer Referenzbuch, zur Einführung in das elementare Schreiben, eigentlich. Ein Geschenk von Teresa, das kam, als wir noch im Krankenhaus waren, das uns erwartete, als wir davon heimkamen, das ablenkte. Danke dafür.

Findelkiste

Die Wohnungstür klingelt. Ich erschrecke mich sehr und lasse den, den ich liebe, aufmachen. Wir erwarten niemanden. Vor der Tür steht ein Nachbarjunge und sagt, dass unten, vor der Haustür ein Paket läge, da stünde ein Name drauf, der auch auf unserer Klingel stehe. Der, den ich liebe, geht und holt eine schöne Kiste hoch, die tatsächlich für uns ist, und findelkindgleich abgelegt wurde, nicht postverschickt.

Ich bin verzaubert. Dieses Ding auszupacken war wie auf Schatzsuche zu gehen. Der political pun. Die Zahlen auf den Blättern (3A-E!), an einem Tag, an dem ich mich fragte, warum ich keine Kastanien und keine Herbstblätter mehr sammle, um damit zu basteln. Das L, für das auch ich noch keine Farbe habe. Die Erinnerung an den Abend am Main. Und dass das Paket nicht nur an mich addressiert war. Allein: wir haben es so schnell ausgepackt, wie wir Luca am letzten Tag in ihren Teddyanzug einpackten, und ich bekam schon wieder einen Schreck. (Mehr auskosten, mehr anfassen, mehr staunen, bitte. Mehr Zeit.) Dann kamen wir auf den Grund dieser Herbstkiste und mit ihm auf eine Idee – wir wollen einen Drachen bauen und steigen lassen.
Bring Wind, Wochenende!