Sommerferientagebuch, 2

Einstellige Zahl Nazis, dreistellige Zahl Nazigegner, Trillerpfeifen, Sprechchöre, Plastikflaschen, die gegen anderes Zeug gedotzt werden. Ich höre nichts mehr. Ich sitze im Schatten und benutze eine Postkarte als Fächer, sehe Menschen, die ich mag, sehe Menschen, die Händchen halten. Alle schwitzen, wette ich.

Parteihausparkplatz. Das Gebüsch ist zum Drunterstellen groß, eine Sprenklergabel kippt hin und her, ihr Sprühen ist Regenbogenmaschine. Ich stelle mich nah ran und tu so als sei das Geräusch der nassen Blätter eigentlich das Geräusch von Tropfen auf Haut. Viele kleine Platschs, nur das Zischen fehlt.

Pfefferminze. Schnittlauch, Rosmarin, Liebstöckl. Gartengut zum Niedransattriechen. Aus dem und Knoblauch und Zwiebel und Tomate eine Suppe machen, die nach Frucht schmeckt und nach Maggi. Kein Wein rein.

Lauch nicht in einem Garten anbauen, weil sonst fehlt, einen grünen Stengel aus einer Einkaufsladenumhängetasche rauslugen zu lassen. Keine Kresse selberziehen, weil sich das weniger lohnt als das Papppäckchen aus dem Laden.

Nachts die Frage, ob das der Wind ist, der durch die Bäume geht. Ich strecke meine Arme am Balkonrand aus und werde nicht nass. Dann ein Blitz. Nein, es ist nicht der Wind. Es wird ein Fest, aus Eimern raus.

 

 

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