*12* – wie wünschen

Ich habe viel Glück. Das Christkind hatte alle Erfüllungen parat. Bis auf das Pferd vielleicht (nicht Pony sondern Riesenfriese), aber das ist für alle Beteiligten besser so, vor allem für das Pferd. Mit immateriellen Wünschen ist es schwieriger, die sind nicht so leicht abgehakt wie Turnschuhe und Bücher. Die üblichen Verfahren: Wimpernpusten, Schnuppensuchen, Kissenfedernblasen, Kerzenauswehen. Wünsche, die in Erfüllung gehen sollen, darf man nicht verraten. Dann weiß niemand, was man sich wünscht. Dann kann niemand bei der Erfüllung nachhelfen. Super Trick. Anders geht es nämlich so und gut:  Du wünscht dir was und erzählst es ohne Absicht. Weil du’s dir so wünscht, dass du es erzählen musst. Weil du davon begeistert bist, es ist ja etwas, das du dir wünscht. Das hört jemand und schenkt es dir. Einfach so. Ohne Fest, ohne Zettel.
Vor Tagen den Bruder damit gelangweilt, was für ein Handy ich mir anstelle meines Not-so-smartphones wünsche, ähnlich wie „Oah, ich hätt voll gern jetzt Erdbeeren!“ „Es ist Winter, duh.“ „Ja, is ja klar.“ Leidiges Thema, ein wenig Schwärmen und am Ende der innere Eindruck, in Unnötigkeiten zu needy und greedy draufgewesen zu sein; kleines schlechtes Gewissen.
Vor Tagen dies superschlaue Telefon von dem, den ich liebe, geschenkt bekommen. Ohne Ansage, ohne Zettel, ohne Fest. Einfach so. Wie beschenkt ich bin, ich kanns mit Armen nicht tragen. Aber ich kann Arme um die legen, die mir (das eigentliche) Geschenk sind. Weil zum Wünschen, wie schön, das Danken passt.

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