rückwärts erzählen

Zu spät für einen Arbeitsbesuch beim Education Spot, die Wände werden abgetragen, der Teppich eingerollt, in wenigen Minuten schließt. Schöfflinggeschenke, ich werde Schatz genannt (Schöffling ist ein Geschenk), die Menschen, die da arbeiten. Wäre ich Ulrike Almut Sandig, ich würde zum Spaß ein l mit einem n austauschen. Stromern durch die Gänge, bei Stroemfeld bleib ich hängen. Eine Lieblingslanze für Peter Kurzeck, ich zeig dem, den ich liebe, was ich hab, also nicht mehr, weil verliehen und ich weiß nicht an wen. (ein orangenes Buch, Plastikschutzhülle, es heißt Oktober und ich will es zurück. Ein Aufruf.) Ich zögere, ob ich mir was verifizieren lasse, steh vorm Stand, ein runder, lächelaugiger Verlagsmann in Weste sieht mich an, sagt „Eos, die Rosenfingrige“. (Ich musste es aufschreiben, um es zu verstehen.) Fragend gucken, darin die Bitte um Erklärung, das ist ja so kein Satz. Er wiederholt sich, ergänzt „Eine Göttin, mit dem Beisatz ‚die Rosenfingrige‘.“ Äh. Ich sage danke, nehme an, es ist ein Kompliment, er lächelt so sehr. Ich frage, welchen Preis der Peter hoffentlich bekam, er erzählt, welchen der Peter die nächsten Tage bekommt (yes!), dann: „Was für schöne Grübchen sie haben!“ Hier stimmt mein Danke und meine Verlegenheit. Mir haben schon länger nicht mehr fremde ältere Herren so geschmeichelt. Die Überlegung, dort ein Praktikum zu machen. (Auflösung: auf dem Stoffband um die Schulter steht EOS. Die Kamera, natürlich.) Ein Schritt zurück und Musik. Blockflöten sind schon schwer unterschätzt. „Aber nur wenn Geige und Klavier dabei sind“, sagt der, den ich liebe. (oh, die Geige!) und „übelst krasser Scheiß.“ Word. So’n Geiger hören, Sinnsuche und -losigkeit weil darinnichtfindigkeit, hier ham wir’s wieder. Vorher: Der Dackel im Gang. Oder ein Mann, ein schwarzer Schirm in der einen Hand, in der anderen zum Hinterherziehn ein Quadrat Plastikwiese an einer Schnur, mit einem Apfel drauf, mit der Ziehhand rasselt er auch ein Regenrohr und spaziert so durch den Gang. Auch eine Prinzessin im Kinderwagen, mit rosa Polyestersatinkleid, roten Schuhen, Krone und Schmuckring an der Zauberfuchtelhand. Daran vorbei auf dem Weg vom großen übriggebliebenen Frankfurterverlag. Fischergeschenke, die liebe Freundin, Buchdummieluv. So schön wie man einen letzten Messetag nur beginnen kann, durch den Holztunneldurch und sich was wünschen. Auf Anfang: Klitzekleine Cosplayerfreude und der rechte Fuß, den man nicht mehr auf den Boden setzen kann. Zwei Tage fehlen noch.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s