Schnüpperle

“Schnüpperle” von Barabara Bartos Höppner. Mein Kernfamilienweihnachtsbuch. Das Kernfamilienweihnachtsbuch meiner Trans-Mutter. Es ist 43 Jahre alt und wird seit zwei Generationen vorgelesen. 24 Geschichten aus dem Adventsalltag von Schnüpperle, seiner großen Schwester Annerose, ‘Vater’, der ins Büro geht, und ‘Mutter’, die den Vormittag mit Schnüpperle zu Hause verbringt. Ich schrieb schon vom Klang der Sätze in Kerzendunkel. Letztes Jahr haben der, den ich liebe, und ich versucht, uns die Geschichten im abwechselnd vorzulesen, aber dann wurden wir krank oder schliefen zu unterschiedlichen Zeiten oder in unterschiedlichen Städten. Trost war, es im nächsten Jahr unserem Kind (auch ein Sternschnuppenwunschkind) vorlesen zu können. Am Arsch, ey. Aber auch, weil ich, obwohl es mir so lieb ist und auch duftet, es zu altmodisch für eine dritte Generation finde. Ich wünsche mir ein neues Buch mit zusammenhängenden Adventsgeschichten, die zeitloser oder moderner sind. Und verspreche, dieses Jahr schicke Sachen aus diesem Buch zu teilen. Was lest ihr und was bekamt ihr vorgelesen? Was empfehlt ihr?

beschenkt, 9

“[...] and tell you you’re gorgeous and hug you when you’re anxious and hold you when you hurt [...]“


Sämtliche Stücke von Sarah Kane. Deutsch von Nils Tabert, Sabine Hübner, Elisabeth Plessen, Peter Zadek, Marius von Mayenburg und Durs Grünbein. Ein Geschenk von @m_otek und ein Erstsemesterbuch. Vom Seminar, das ich als erstes fallen ließ, weil ich nicht weiter wusste mit der Gegenwartsdramatik und nie vorlesen durfte. Jetzt kann ich das, was mich auf kopierten Blättern schon, hmpfff, “berührte”, komplett lesen und zwar so laut ich will! Tack så jätte mycket, Sophie.

beschenkt, 8

“Healing a Parent’s  Grieving Heart – 100 Practical Ideas After Your Child Dies” von Alan D. Wolfelt. Ein Geschenk von Frische Brise  und eine doppelt gute Sache, weil ich auf der Wunschliste sah, dass es nicht lieferbar sei, ausgerechnet jetzt, und dann verschwand es und dann lag es irgendwann in diesem Briefkasten. Es ist ein sehr respektvolles Buch. Es ist keines, das sich leicht am Stück läse, ist aber so nützlich wie zurückhaltend. Vielen Dank Carola.

beschenkt, 7

Auszug aus “Ankleben verboten! – Theorie der Romane.” von Marlene Streeruwitz, Beilage in der Neuen Rundschau 2/2011

“Zehn Gebote des Schreibens”, 42 verschiedene Autor_innen, 10 verschiedene Übersetzer_innen. Ein Wunschlistenbuch, aber von wem? Auf dem Amazonpäckchen stand eine handgeschriebene Adresse, zu der es auch einen Twitteraccount gibt, aber im Päckchen keine Notiz. Jetzt weiß ich nicht, ob die Adresse nicht vielleicht zu einem Gebrauchtbuchhändler gehört und wenn ja, bei wem ich mich denn bedanken darf? Sag mal Piep!

beschenkt, 6

“Sturm im Mumintal” von Tove Jansson aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Ein Geschenk von Anne, und zwar nicht irgendein Geschenk, nein, ein Buch zu “All Hallow’s Read”. Weil Stürme gruselig sind. Neil Gaiman erklärt, wie’s geht:

Mir kommt es zu spät vor, zur Fastvorweihnachtszeit gruselige Bücher zu verschenken, aber dafür dann nächstes Jahr zwei. Hattivatti-Ehrenwort! Danke Anne.

beschenkt, 5, und Duft

“Mumins lange Reise” von Tove Jansson, aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Ein Wunschlistengeschenkbuch von Susanne. “Bald kommt der Winter” steht auf dem Buchrücken, das ist fein, ich lese Bücher gerne in der Zeit, um die es in ihnen geht. Habe so zwei Jahre für Peter Kurzecks “Oktober und wer wir selbst sind” gebraucht, weil ich im ersten Oktober nicht fertig wurde. Die Mumins kenne ich wie Pippi aus dem Fernsehen, weiß aber aus Schnippseln, dass ich sie als Text lieber habe als Pippi. Danke Susanne.

Und ein Päckchen von Caro. Mit Luxusgütern von Lush und Postkarte mit falsch gedrucktem und korrigiertem L. Schaum und der Raum voller Duft. Wusste nicht, was im Geschenkpapier war, da hielt ich die Nase schon in den Umschlag. Mmmh. Jetzt reib ich mir die Hände. I LOVE this stuff! Danke Caro. <3

beschenkt, 4

“Basisbuch Stricken” von Betty Barnden. Ein Wunschzettelgeschenk von Katti, eine Buchempfehlung, die ich bei Ella sah. Ein Übersetzungsbuch, denn ich kann zwar stricken, aber verstehe Anleitungen nicht. Ich stricke wild, ohne Maschenprobe und passende Garne. Ich kann Flächen und Schläuche, aber da geht mehr. Jetzt find ich raus, wie, denn dieses Buch ist bestimmt übersichtlich, bunt und grundsätzlich genug. Heute neue Stricknadeln bei Oxfam gekauft (und dazu, makabrer Zufall, ein Buch zum Thema Abtreibung). Von vorne nach hinten lesen oder browsen? Stümpfe fertigstricken oder was Neues lernen? Winter is coming, Wolle zwischen die Finger!
Auf dem Buchrücken ist ein Sticker mit Barcode, da steht klein der Name des Buches drauf. Und “very_good”. Find ich auch. Danke Katti.

beschenkt, 3

“Ente, Tod und Tulpe” von Wolf Erlbruch. Ein Geschenk von isabo*. Und das passt so gut, weil ich erst durch ihre Empfehlung darauf gekommen bin, das Buch auf die Wunschliste zu setzen. Das passt auch, weil es in der privaten Pietät auslag, die wir vor ein paar Wochen für einen Preisvergleich besuchten. (“Schnell das Buch lesen, solange die Bestatterin Tee brüht, das hab ich nämlich noch nicht, und ich weiß, dass es schön sein muss, weil isabo hat das gesagt!1!!”)
Ein schönes Buch, ein anstrengender Besuch. Wie mich die sorgenvolle, wenn gleich professionelle Betroffenheit ermüdete. Papiertaschentücher auf dem Tisch, aber nicht für mich. Oder: “Nein, ich möchte nicht über meine Gefühle reden, ich möchte etwas über Ihr Angebot erfahren.” (400€ für einen Säuglingssarg aus Holz und 300€ für ein Weidenkörbchen. Dafür günstigere Transportkosten, hey!)

Ist immer noch ein schönes Buch. Eins zum mit flacher Hand drüberstreichen und “Ach” sagen, mit großem A. Und “Danke”. Mit kleinem.
(Ich mag den Gedanken, zur Beisetzung eine Tulpe mitzunehmen.)

*Vielleicht ist es richtiger Isabel Bogdan zu schreiben oder Isabel, aber immer, wenn ich von ihr erzähle oder an sie denke, macht es in meinem Kopf “die isabo!”, nur ohne Unterstrich.

beschenkt, 2


“Der Mann schläft” von Sibylle Berg. Ein Satz, den ich schon ein paar Mal twitterte; er stimmt auffallend häufig. Der Mann schläft und ich sitze noch am PC*. Der Mann schläft, ich kann später lang ausschlafen. Der Mann schläft, solang ich ihn nicht wachstumpe. Der Mann schnarcht schon mal.
Ein Geschenk von Mareike; mir war sogar aufgefallen, dass auf der Wunschliste was fehlte. Danke!

*Sagt man das heute noch so? Oder ist das nicht mehr, erm, pc? (höhö)

beschenkt, 1

“Rom, Blicke” von Rolf Dieter Brinkmann. Ein Hildesheimer Referenzbuch, zur Einführung in das elementare Schreiben, eigentlich. Ein Geschenk von Teresa, das kam, als wir noch im Krankenhaus waren, das uns erwartete, als wir davon heimkamen, das ablenkte. Danke dafür.