Sieben Sachen

7 Bilder von 7 Sachen, für die ich Sonntag meine Hände gebraucht habe. Abgeschaut bei Frau Liebe.

Pappbuch umgeblättert.

Die ersten Weihnachtskisten aus dem Keller hochgetragen.

Bogen mit Kolophonium eingestrichen.

Einen Hit geübt.

Magnetfarbe mit Tafelfarbe übermalt.

Glitzer von der Hand an die Wand gepustet.

Daumen gedrückt, dass der Kaffeevollautomat mit dem Eingießen aufhört, ehe das Glas zuende ist. Geglückt.

7 Sachen

7 Bilder von 7 Sachen, für die ich Sonntag meine Hände gebraucht habe. Abgeschaut bei Frau Liebe.

Mit einem Löffel Maultaschen ausgehoben.

Die Hände mit Duftbutter eingerieben.

Wordcount erhöht.

Anderhalb Stunden Geige geübt.

Eiswürfel ausgebrochen und eingelegt.

Eine neue Farbe eingestrickt.

Finger mit Ketchupchipspulver bestäubt.

Briefkastenzauber

Der Stecker des Druckers passt nicht mehr in die Buchse des Steckdosenverteilers. Ich kann noch so drücken und pressen, es geht nicht. Klemmt, kaputt, ich weiß nicht. Das braucht Kraft, für nichts, und macht mich quengelig. Ich bin versetzt worden und gehe die Treppe runter an die Tür, um zu sehen, ob vielleicht ein Post-it am Briefkasten hängt; manchmal geht die Klingel nicht. Stattdessen was im Briefkasten.


Danke Carla.

7 Sachen

7 Bilder von 7 Sachen, für die ich meine Hände gebraucht habe. Sechs von heute, eines von davor. Abgeschaut bei Frau Liebe.

Einen Granatapfel zerlegt. Eine Hälfte gemampft, die andere wie Wassereis eingefroren.

Mit Salzshampoo das Haar eingeschäumt (oh!) und gewaschen.

Etwas ins Notizbuch gezeichnet.

Eine neue Filmrolle in die alte Kamera gefiddelt.

Eine saure Clementine geschält.

Den rechten Zeigefinger auf die linke Maustaste gedrückt.

Handabdrücke mit grünem Stempelkissen versucht. (Gelingt nicht.)
Gestreichelt und gefühlt und gehalten. Mit den Händen erinnern. (Gelingt noch.)

grown-up now

Es klingelt an der Tür. Die Gegensprechanlage spinnt, ich drücke den Summer, um die Haustür aufzumachen, öffne die Wohnungstür, gehe ins Treppenhaus. Ein Mann ruft von ganz unten “Hallo, hallo”, ich rufe “Hallo” zurück, vermute den Paketboten, denn meine Cis-Mutter hat Päckchen angekündigt. Er ruft noch mal “Hallo”, ich sage nichts und warte. Ich möchte nicht drei Stockwerke nach unten laufen, der soll schon selber kommen, wenn er was will oder was zu tragen hat, und strecke meinen Bauch ein bisschen raus, um das zu legitimieren. Es geht PA-RUMMS, PA-RUMMS, PA-RUMMS, vielmal sieben Stufen, da wird was Schweres mit einem Sackkarren hochgewuchtet, bei Waschmaschinen klingt das ähnlich. Ich bin verwirrt, als er oben steht, zwei riesige Pakete aufeinanergestapelt, wir haben doch schon einen Kühlschrank. Meine Cis-Mutter wird hier doch keinen Kühlschrank zwischenlagern wollen, das wäre sehr unpraktisch. Oder eine Verwechslung? Ich will auf den Adressaufkleber schauen, der Paketbote will wissen, wo in der Wohnung er die die Pakete hinstellen soll, wir kommunizieren aneinander vorbei. Das ist mein Name auf dem Klebefeld, ich gehe aus dem Türeingang, ich unterschreibe, er trägt mir die Sachen in den Flur, weil ich nichts gesagt habe. Er zeigt auf sich, sagt “Nikolai, habe auch zwei Kinder”, zeigt auf meinen Bauch, rät mir vorsichtig zu sein mit den Paketen, verabschiedet sich. Ich umschleiche sie, inspiziere sie, lese, was drin sein soll und kriege einen Schreck. Kann das wahr sein? Ist das ein Scherz oder ein Geschenk? WaszumohduheiligeScheißewiegroßartig!

Meine Cis-Mutter findet, nur weil man erwachsen ist, soll man nicht auf solche Vergnügen verzichten sollen. Liest sie xkcd? I’m a grown up now. Und brauche ein größeres Becken, denn da passt nur die Hälfte der Bälle und nur ein halber Mensch rein und ich will mit vielen zwischen Bällchen sitzen und buddeln und kuscheln und Süßigkeiten suchen. Uiuiui.