wip wednesday

eins, Schreiben: Als hätte ich nichts zu sagen. Nichts Literarisches. Keine innere Pflicht und nicht wirklich eine äußere. Ich sollte wieder mit Netbook baden gehen oder spazieren, so wird das nichts. Der Buchtext steckt im Schlusslektorat, es fehlt noch ein Untertitel. Andere Sachtexte brauchen bloß Deadlines. Ich will in die Pflicht genommen werden.

zwei, Selbstmachen: Die verflixte Wolle aus Holland war überraschend schnell fertig und gelang trotz der Verflixtheitheit überraschend fein. Jetzt Wolle aus Spanien auf der Spindel. Morgen hole ich Alaun aus der Apotheke und mache Farbquatsch mit Kochtöpfen.
Der Melonenjacke fehlen noch ein Ärmel und Knöpfe und Kerne, aber das hat Zeit. Sie ist so groß geraten, vielleicht passt sie dem Fötus zum ersten Geburtstag, vielleicht später.
Halber Ausschnitt von einem Stuhl, dessen Lehne komplett mit feinem weißem Garn aufgewickelt ist. Auf dem Sitz liegt eine Handspindel mit etwas gelberen Fasern, die schon angesponnen sind. Kinderstrickjacke mit pinkem Brustteil und Kragen und grünen Rest, da und dort gucken Fäden raus. Ein Ärmel ist grün, der andere Ärmel ist noch nicht gestrickt. Daneben das große grüne Knäuel Wolle. Beides liegt auf hellem Laminatboden.

drei, Pflanzen: Regen und ich muss nicht gießen. Vergesse darüber die Töpfchen im Schreibzimmer und auf dem Küchenfensterbrett. Auf dem Balkon wächst es und ich muss nichts dafür tun. Wundergrün.
Himbeerblätter im Abendlicht im Vordergrund. Dahinter verschwommene Teelichter auf dem Balkongeländer und viel wachsendes Grün. Lavendelfarbene Blüten in verschwommenem Grün im Abendlicht. In der Bildmitte ein Tropfen Wasser an einm Blatt, scharf. Drei neublühende milchweiße Blüten, aus denen mal Paprika werden.Zwei Töpfe in einem Balkonhängegestell und da wachsen miniminimini-Blättchen. Wirklich nur mini. (Naja. Manches hängt nicht prachtvoll über Topfränder und Geländer sondern nur hinterher.)

vier, Organisation: Auch Arbeit an Räumen. Ein frisch gestrichenenes Dachbodenzimmer, das mal eine Werkstatt, mal mein Jugendzimmer, mal Abstellraum und zuletzt Gästezimmer war, soll wieder Gästezimmer werden, aber schlauer und schöner eingerichtet. Der Basteltisch im Schlafzimmer gehört aufgeräumt und organisiert. Und oh oh oh, da ist noch eine ungeklärte Studiensituation.
Ein weißer Schreibtisch, vollgestapelt mit Zeug und Kram und Kisten, Bastelsachen, eine Lampe, Postkarten und Glitzertuben. Links davon ein weißes Ikea-CD-Regal, eion bisschen aufgeräumter, darin Kleber und Scheren und Einmachgläser mit Krimskrams. Oben drüber ein weißer Schrank an der Wand, beide Türen verschlossen, endlich was, das ordentlich aussieht.

fünf, Fötus: Kein Aquarium mehr im Bauch, das mal gluckert und mal nicht. Jetzt sieht man von außen, wenn sich was dreht, kann die Hand drauf legen und anklopfen. “Duhu, mach mal was” funktioniert immer besser. Der Bauch jetzt so groß wie im 10. Monat der letzten Schwangerschaft. Er wird noch drei Monate im Weg liegen. Auch anders so ein Unterschied zum letzten Mal. Weil ich nicht mehr jeden Tag breche. Weil wir uns auf ein Kind vorbreiten, das bleibt, uns zu Kinderwägen statt Särgen beraten lassen, uns von Eltern helfen lassen statt von einem Kinderhospizteam. Still weird, this way.

wip wednesday

eins: Die exciting news to come sind aufgelöst, in anderer Form als gedacht, aber immer noch exciting und hui und hurra! Ich schreibe jetzt fest für kleinerdrei. Was leider gerade ganz weit weg ist, ist das literarische Schreiben und das ist gemein, findet Anfang Juli doch eine Lieraturhauslesung statt. Keine Deadline nah genug. Andere Sachtexte viel dringender.

zwei: Sterne aufgefädelt und Wolle aus Schottland damit verzwirnt. Den Coburger Fuchs fertig gemacht, schaut aus wie Haselnussschaum. Jetzt sitz ich an Wolle aus Holland, die nicht gut geht, die Spindel kracht ständig auf den Boden. Fange lieber an, was zu stricken, das ist zuverlässiger, nicht so krånglig. Wassermelonengarn für wassermelonige Sachen.

Hellgraues Knäuel Wolle mit metallischen Plastiksternchen darinGarnbündel hellbraune Wolle, das auf einem Brikenholztisch liegt Kleines Knäuel pinkes Garn, großes Garn dunkeltürkises Garn, Nahaufnahme, nur ein ausschnitt beider Knäuel

drei: Die Chili- und Tomatenkeimlinge in die großen Erdsäcke gesetzt. Die grünen Becher sind ins Schreibzimmer umgezogen. Damit die Verantwortung, regelmäßig zu gießen, mich mindestens so regelmäßig dahin zieht.
Tomaten- und Basilikumkeimlinge in Erde, die sich in einem graubraunen Plastiksack befindetBlühende Blaukönigin, aber eigentlich ist sie lila, nicht blau. Fensterbank vor gekipptem Fenster, auf der Fensterbank sechs grüne Becher mit noch wachsenden Kräutern, ein Töpfchen und zwei bunter Becher mit Keimlingen, die ich nicht identifizieren kann. Unter der Fensterbank eine Heizung, am Griff des gekippten Fensters ein hellgrünes Windlicht aus Steingut.Nahaufnahme der Paprikapflanze, zwei gut wachsende, helle Paprikaknospen Chilikeimlinge in Erde

vier: nix neues.

Preise

Glitzerkonfetti und Pompoms Nr. 1

Jasna, Anne und ich sind mit #aufschrei für den Grimme Online Award in der Kategorie SPEZIAL nominiert, zusammen mit so tollen Initiativen wie den Leidmedien und dem migrantenstadl. Für den Publikumspreis abstimmen könnt ihr bis zum 13. Juni hier.

Pompoms und Glitzerkonfetti Nr. 2

Die Fraktion ELF Piraten der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung haben mich stellvertretend für #aufschrei für den Tony-Sender-Preis der Stadt Frankfurt vorgeschlagen.

-

This feels weird. Eigentlich möchte ich mich lieber an den Rand stellen und von da aus zugucken, statt Promo-Fähnchen für mich zu schwingen, will den Ausgang nicht beeinflussen und mich lieber überraschen lassen. Doch als ich heute gefragt wurde, ob ich mich denn nicht freue, ging mir was auf: Menschen haben sich Mühe gegeben und dafür gearbeitet, dass es diese Nominierung und Einreichung gibt, haben recherchiert und Texte geschrieben. Ich will das wertschätzen und Danke sagen und überhaupt. Das sind keine Selbstverständlichkeiten, das sind Komplimente, die mich ganz warm und leicht und rotwangig machen. I’m indebted joyfully.

-

Oh, Glitzerpompoms Nr. 3

Preisträgerin beim Literaturforum Hessen-Thüringen geworden, mit einem Text, den ich nicht leiden kann. Aber hey, letzte Gelegenheit gewesen und es hat endlich geklappt.

wip wednesday

eins: Kein Text in Zwischenzustand, eher ein Zwischenraum, in den Text eingedacht wird. Der Wunsch zu bloggen, viel Inhalt zu droppen. Zeit für eine Liste und endlich mal abhaken. Ich will nur immer geheimnisvoll tun, ehe da richtige Arbeit passiert ist. Und lieber mit Tadaaa ankündigen, wenn sie fertig ist. Work in Progress als Work in Progress. Der Text für dieses Buch befindet sich im Lektorat, ein Artikel darüber, was #aufschrei gebracht hat, erscheint im Sommer bei Wir Frauen.

zwei: Ich kanns! Fliegend spinnen und alles geht schnell, geht geschmeidig, macht heiter. Und einen Muskelkater vom Armhochhalten. Ich sponn, wickelte, zwirnte und wusch mein erstes Garn aus Eiderwolle.  Jetzt häng ich an Coburger Fuchs und verzwirne ihn mit Industriewolle.

Blick vom Sitzen auf die Decke auf meinem Schoß, einer dick mit verzwirntem Garn behongenen Spindel und zwei Fäden gesponnener Eiderwolle, die aus zwei Enden eines Knäuels kommen, das auf Holzterassenboden rumliegt. Nahaufnahme eines Strangs verzwirnter Eiderwolle, die auf den Beinen eines umgedrehten Holzhockers so rundherum aufgespannt wurde.Fertiges Eiderwollgarn als Knäuel in Nahaufnahme, liegt auf einem Hintergrund aus lila Tüll.Mit verzwirntem Garn gefüllte Spindel liegt zwischen einem hellbraunen Polyacrylgarn und frisch gesponnener und unsauber aufgewickelter Wolle vom Coburger Fuchs auf einem Balkontischchen rum. Wenn man genau hinguckt, sieht es so aus, als seien bei dem verzwirnten Garn die Stellen, an denen man das hellbraune Garn sieht, kleine Maden anstelle von Garn. Bäh.

drei: Während wir eine Urlaubsreise machten, wurden die Pflanzen nachbarschaftlich verpflegt. Einige haben es nicht überlebt (I’m looking at you, Keimlinge!), andere sind nicht wiederzuerkennen, so groß sind sie geworden. Überhaupt: die Stadt blüht, sommergrünes Meer, honignachverduftet.

Nahaufnahme von zwei Metallblumentöpfen, in denen Petersilienkeimlinge gut vor sich hinwachsen, links dichter als rechts.Winterheckzwiebelkeimlinge in einem Blumenkasten auf dem ein Aufkleber mit dem Wort "Winterheckzwiebeln" klebt.Tomatensetzlinge, bei denen alles super duper ist.Lila Blumen, deren Namen mir gerade nicht einfällt. Das Lila ist sehr fein, fast weiß, die Blüten sind fünfsterning.Nahaufnahme von Paprikablättern und den Knospen, aus denen hoffentlich mal Blüten und dann Früchte werden. Im Hintergrund schimmert das Parikaschildchen verschwommen hinter den Blättern vor.Gestorbene Korianderkeime. Haben sich in Richtung Sonne ausgestreckt und sind dann umgefallen, liegen jetzt dünn rum, einige immernoch mit der Samenkappe an den Blättchen.

vier: Alles chillig im Fötusland. Der Bauch mittlerweile so groß, dass der Markthändler aus dem well known fact, dass nicht pasteurisierte Käse böse sind, ein Public Service Announcement macht, mit bei welcher Temperatur welcher wie bearbeitete Käse für mich noch klar geht. Aww, thanks man.

wip wednesday

eins: Ich bin im Verzug. Klemme noch in einem Text fest, der in dieser Aufzählung eigentlich nicht vorkommen dürfte. Muss den beenden, ehe der Rest folgen kann, der ebenso drängt. Erinnert worden, so zu schreiben, wie ich es selbst gerne lesen würde (d’uh), daran erkannt, dass ich aufhören muss, Inhalt und Struktur rumzuschubsen, sondern schöne und klare Sätze zu bauen. Und immer wieder Ideen für neue Texte.

zwei: Ich spinne. Es funktioniert. So irgendwie. Ich kann gleichmäßige Fäden spinnen, aber langsamst; park & draft. Mir gelingt nicht, die Fasern so auszuziehen, dass ich sie fliegend verdrehen kann, begreife noch nicht, was ich wie mit den Fingern machen muss, aber es ist nah, dieser Klickmoment, er kitzelt mich und zischt dann ab. Was ist der Trick? Wolle aus Schottland gesponnen und aufgewickelt, werde sie vielleicht mit Bindfäden verzwirnen. Eiderwolle auf der Spindel. Färben, mit sich selbst oder was Dunklem verzwirnen?

Ein Korb, in dem sich eine Papiertüte, ein Bausch Fasern aus cremeweißer Eiderwolle und eine Handspindel befindet, die zur Hälfte mit Eiderwolle vollgesponnen ist.frisch versponnene Wollfasern in dunklen Sandfarben um die Lehne eines Kieferstuhls gewickelt

drei: Ich gieße. Es wächst. Juchu. Zuwachs auch aus dem Familiengarten. Wir besuchen die Eltern des Wunderbären, um mit Fotos anzugeben und gehen mit neuen Töpfen heim. Thymian, Estragon, Oregano, Zitronenmelisse und, wie wunderbar, Himbeeren. Das nächste mal nehmen wir Waldmeister mit.
Konrblumenkeimlinge, die firsch aus dunkler Erde wachsen.Drei Töpfen, aus denen runde Keimlinge wachsen, von denen ich selbst nicht weiß, was sie sind. Zwei Töpfchen sind eigentlich bunte Pappbecher auf dem Balkonboden, auf denen Party steht. Ich bin neugierig, was das wird.Zwei Erdbeerblüten im Schatten von großen Erdbeerblättern.

Ausschnitt von vier eng aneinanderstehenden grüne Pappbechern mit unterschiedlichen  Keimlingen drin.

Vier Chilipflanzensetzlinge, die gerade erst keimen und noch ihre Saathülle an den Blattspitzchen hängen haben.

vier: Ich singe. An meinem Fööötus ist alles dran, damit so leeeicht nichts passieren kann… Erster Ultraschall, die Ärztin sagte zu jedem Organ fein. Plötzlich diese absurde Vorstellung, sich in einer Schwangerschaft darauf vorzubereiten, ein Kind zu behalten, es ewig an der Backe zu haben. Zeit für neue Ängste.

fünf: Ich schrieb hier das erste Mal Bildbeschreibungen dazu. Dieses Blog ist auf dem weitem Weg, zugänglicher zu werden. Sind Sachen zu ändern, die schöner werden sollen, die inhaltlich nicht stimmen und ui, wie viel, was versperrt ist und ich sehe es nicht. Wenn ihr was seht, was anders werden soll, damit ihr besser mitlesen könnt und andere auch, kommentiert. Ich hab ein Brett vor dem Kopf und muss es erst weglesen.

(Die nächsten zwei Wochen ein Urlaub in einem schwedischen Ferienhaus, einen Korb voll Arbeit mitzunehmen.)

wip wednesday

eins: Übers Schreiben schreiben, um ins Schreiben zu kommen. Noch steckt das Meiste im To-do-Listen-Status. Ein Essay für eine Anthologie und ein kürzerer Beitrag zu #aufschrei, ein Blogtext zur Piratinnenkon, ein Text übers Heiraten für <3 (exciting news to come!) und einer für den Round Table on Names. Mal wieder eine Kurzgeschichte? Lang vermisst in Schreibprozessen zu stecken bis die Finger kribbeln, weil Sätze ineinander passen, jetzt so viele Gelegenheiten und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wo soll ich anfangen? First things first.

zwei: Kleine Sachen stricken, die so schnell fertig sind, dass sie sich nicht als work in progress eignen. Dafür das:

Wollfasern und Handspindel


drei:
Endlich Saat in Erde gesetzt. So sehr Sehnsucht danach gehabt, so arg lang gewartet, dass ich jetzt überrumpelt davon bin, wie die Bäume plötzlich knospen, wie schnell es hier keimt. Huch.
IMG_2787xIMG_2786x IMG_2788x IMG_2782xIMG_2785x
(vier: Wenn Arbeit nur daraus besteht, zu gießen und zu warten. So wünsch ich mir Schwangerschaften. Der Fötus wächst, fühlt sich an wie ein Aquarium. Gestern ein neuer Rekord, 9 mal innerhalb eines Tages gebrochen. So ist Gießen nicht gemeint.)